DER BOXER 2006

Progetto | 1 |
Text | 1 |
DER BOXER von Wolfgang Schulte

Dieser physische Selbst-versuch zeigt die Schatten-boxerin Liana, die sich zuckend von ihrem tätowierten Boxer schlagen lässt und ihn aber auch gleichzeitig durch die Kraft ihrer Brustmuskeln in den Kampf bringt.
Er tanzt auf ihren Brüsten rum, kämpft mit sich selbst, mit der Trägerin, mit einem fiktiven Gegenüber - oder ist es nur ein Trainingskampf ohne sichtbaren Gegner....?
Ein moderner Don Quichote, der seine Dulcinea zu erobern oder zu verteidigen sucht- für oder gegen sie kämpft...oder gar mir ihr?
Haut-nah, unmittelbar...Bilder, die unter die Haut gehen.
Sie gibt ihm immer wieder den Impetus zu seinen "sportlichen" Übungen.
Zuckend kämpft ER und es scheint aber auch so, als ob SIE versuche ihn zu verscheuchen, wie eine lästige Fliege.
Andererseits- und das ist das Schizophrene an dieser Situation- gibt die Künstlerin selbst ihm die Energie, seinen ungleichen Kampf auszufechten, indem sie aktiv wird und sich und ihn merklich bewegt.
Ihre Versuche ihn abzustreifen sind natur-gemss zum Scheitern verurteilt, denn ER ist Teil ihres eigenen Körpers.
In diesem Kampf kann es keinen Sieger geben.
Bekämpft Zanfrisco sich selbst- ein Streiten gegen oder mit ihrem zweiten Ego?
Eine Selbst-bewegung, Selbst-befragung, Selbst-wahr-nehmung...?
Ein sehr eigen-artiger, aus-sichts-loser Kampf gegen einen Angreifer von Aussen, von Innen.
Ein Spiel gegen, mit oder für das eigene ICH...?
Dieser Boxkampf hat eigene Regeln, die selbst einen MaxSchmeling oder Muhamed Ali in Verlegenheit brächten.
Obwohl Meister "ihres Fachs", ständen sie dieser "Frauen-Power" wahrscheinlich recht hilflos gegenüber.
Ein Kunst-boxen der besonderen Art über viele Runden, täglich, permanent...hoffentlich ohne k.o.
"But she always comes back"
Ein Film ohne Ende...eine end-loser Kampf ...ums Leben...um die Liebe...um die Kunst...?
Ring frei zur nächsten Runde...!
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