LE RÊVE 2003

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EIN TISCH IST EIN TISCH... von Wolfgang Schulte

Ein Tisch ist ein Tischoder, Was tun die Dinge, wenn wir nicht da sind ...? Gedanken zur Installation, Le rêve de Riri". ,,Rauf, runter, rauf, Pünktchen drauf "das i Gedicht".

Eine zarte, klare Kinderstimme leitet uns in ein leer wirkendes Zimmer. Pulsierende Geräusche, helle Klänge, Gemurmel empfangen uns.
An den Zimmerwänden befinden sich kleine rahmenlose Farbzeichnungen, kiihl distanziert wie in Aspic konserviert, ,,frozen dreams ".
lhre Leichtigkeit und akzentuierende Farbigkeit lassen sie fast immateriell im Raum schweben, lediglich die Plexiverglasung scheint sie zu fixieren, um sie uns als Betrachter sichtbar zu machen.
"So nah ... und doch so fern".
Ein kleiner, alter, hölzener Schultisch mit einem Stuhl davor steht einsam im Raum. Die hochgeklappte Schreibplatte gibt Einsicht in das Innenfach des Pultes, das bis zum Rand mit weichen hellen Daunenfedem gefüllt ist. Eine Projektionsfläche ist bildschim‑artig in die eigentliche Schreibebene eingelassen.
Auf ihr bewegen sich wie Scherenschnitte von rechts nach links farbige, kleine, schreitende Figuren,
kurze Situationen, ein Vogel hüpft leitmotivisch miy  uns von Bild zu Bild, ein kleiner schlafender Junge (=Riri?) erscheint kurz in der Szene. Wir nehmen teil an Riris (frz.: rire = lachen, lächeln) Traum, seinen Innenwelten, seinen Wünschen. Besucher, vornehmlich Kinder, nehmen Platz auf dem freien Stuhl und bleiben erstarrt und still harrend, fasziniert sitzen. Der als künstlerisch-­künstliche Identifikationsstruktur von Liana Zanfrisco, gedachte' Stuhl wird körperlich, die Besucher sind aktiver Teil der Installation.
Diese in der Konzeption nicht reflektierte rezeptionästhetische Verselbständigung erweitert das Environment wohltuend, verlebendigt es nicht aktionistisch wie die uns bekannten , happenings' vergangener Tage, sondem verbindet genau jene Grenze zwischen Kunst und Leben, wo beide wirklich werden.
Die fast andächtige, meditative und kontemplative Atmosphäre wird wahr‑genommen, respektiert.
Kleine Kinderfinger bewegen sich im Rhythmus des Films zeitlupenartig und komplettieren Riris Träume mit den eigenen Imaginationen der Mitakteure.
Schattenvögel, Kaninchen, Schlangen... werden nun in die Bildwelten eingefügt. Alle nehmen das Spiel an, lassen sich einen Moment verzaubern, zaubern mit.
Leises, heiters Lächeln erfüllt den Raum, dessen gedämpftes Standortlich die wunder-bare Stimmung schützend umschliesst.
Wänden wirken nun wie „stills“ des imaginären Films.
Dreams that money cant’t buy.


Wolfgang Schulte, May 2003

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